Ausstellung des DESIS Networks

designlab berlin museum

In seiner Design Lab-Reihe zeigt das Kunstgewerbemuseum noch bis zum 21.07.19 die Projektarbeit des DESIS Network (Design for Social Innovation and Sustainability).

Gegründet wurde das DESIS Network 2008 von dem italienischen Designtheoretiker Ezio Manzini. Gemäß des Leitsatzes „Design for Social Innovation and Sustainability“ fördert das Netzwerk Designhochschulen in ihrer Rolle als „agents of change“. In Zusammenarbeit mit Hochschulen auf der ganzen Welt wird das DESIS Lab genutzt, Ideen zu sozialen Innovationen, partizipativen Städten und kreativer Gemeinschaft zu entwickeln. Es agiert als Reallabor, in dem angehende Designer*innen projektbezogene Themenfelder erforschen, mit denen die Gesellschaft von morgen konfrontiert sein wird.

Ezio Manzini ist es dabei vor allem wichtig, dass Designer*innen den globalen Herausforderungen gegenüber einen klaren Standpunkt entwickeln und kollaborative Konzepte stärken. Hierfür müssen herkömmliche Anwendungsformen von Design um- und überdacht werden, hin zu einer Form des sozialen Designs. Die Ausstellung im Kunstgewerbemuseum präsentiert eine Auswahl der vielfältigen Arbeit der DESIS Labs mit Fokus auf dem Thema Städtebau. Dabei wird in vier aussagekräftigen Schwer-punkte unterschieden: Design für den sozialen Zusammenhalt, Design für die Stärkung von Gemeinschaften, Design für urbane Produktion und Design für urbane Infrastruktur.

Design für den sozialen Zusammenhalt:
Die Projekte dieser Kategorie drehen sich um die Gestaltung von Aktionen im öffentlichen Raum. Mit einer sozialen Stadtentwicklung können Vorurteile überwunden und Kommunikationsbarrieren abgebaut werden. Durch strategische Interventionen erwecken gleichsam Designer*innen und Bewohner*innen die Stadt zum Leben, fordern soziale Interaktion heraus und erobern den Stadtraum zurück. So entstand im Rahmen des DESIS Lab Elisava etwa die temporäre Infrastruktur „Slow Down, Stop, and Stay“ auf der Plaça dels Àngels in Barcelona als Versuch den öffent-lichen Raum als Wohlfühlort zu gestalten.

Design für die Stärkung von Gemeinschaften:
Mithilfe von Co-Designprozessen und Strategien des „community building“ werden verschiedene Werkzeuge und Kompetenzen entwickelt. So auch beim DESIS Lab der Carnegie Mellon University, das mit seinem multidisziplinärem Ansatz dabei hilft, den Zugang zu gesundheitlicher Verso-gung und Lebensmitteln vieler Menschen in Pittsburgh, zu verbessern. Solche stadtplanerischen Projekte, die ortsbezogen und eng mit der Gemeinschaft arbeiten, bereichern das Szenario der Stadt.

Design für urbane Produktion:
Einige der in der Ausstellung vorgestellten Projekte versuchen regeneratives Kreislaufwirtschaften innerhalb von Städten zu etablieren. Darunter auch das „ReTuren“-Projekt in Schweden. Das Re- und Upcycling-Zentrum bietet gleichzeitig eine Plattform für Langzeitkooperationen, geteiltes Eigentum und Verantwortung der Vielen. Dabei müssen vor allem neue Wertschöpfungsketten, innovative Formen der sozialen Netzwerke sowie Nachhaltigkeit gefördert werden. Kleinere Unternehmen, Organisationen, Werkstätten und viele andere Akteur*innen sollen dafür in das Gesamtszenario „Stadt“ integriert werden.

Digitale Plattformen als urbane Infrastrukturen?:
Wird die Stadt als eine Reihe von Ökosystemen wahrgenommen, in denen eine Vielzahl von Gemeinschaften und sozialen Netzwerken gedeiht, kann Design hier vor allem dazu dienen, neue Formen materieller und immaterieller Infrastrukturen hervorzubringen. Das Tsinghua DESIS Lab in China initiierte das Lettuce House, eines der partizipativen Projekte, die einerseits darauf abzielen, neue Formen des Wirtschaftens zu organisieren und andererseits Bedingungen für das Entstehen von Kooperationen und Initiativen zu schaffen.

Ort:
Kulturforum
Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz
10785 Berlin

Öffnungszeiten:
Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr

Bild:
Latham Street Commons, Detail
© Carnegie Mellon University, School of Design, USA