Do it yourself-Design

bröhan museum

Das Bröhan Museum zeit vom 30.09.16 bis 29.01.17 in der Ausstellung Do it yourself-Design mehr als 100 DIY-Werke aus mehr als 100 Jahren.

Die Do it yourself-Bewegung geht bis auf die Zeit des Jugendstils zurück. Parallel zur Entwicklung der industriellen Produktion wurde der Wunsch geweckt, wieder etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. Als man nach dem Ersten Weltkrieg über gute Gestaltung für das Existenzminimum nachdachte, entstanden auffällig viele Do it yourself-Entwürfe. Die Reihe der renommierten Gestalter, die im 20. Jahrhundert DIY-Objekte entwarfen, ist lang. Die Ausstellung stellt die historische Entwicklung des DIY-Designs dar, der Schwerpunkt liegt aber auf zeitgenössischen Konzepten und vor allem auf deren unmittelbarer Erfahrung in Workshops im Museum. Gezeigt werden über etwa 100 Werke von Gestaltern wie beispielsweise Richard Riemerschmid, Gerrit Rietveld, Erich Diekmann, Ferdinand Kramer, Enzo Mari, Peter Raacke, Van Bo Le-Mentzel, Jerszy Seymour, Stéphane Barbier Bouvet, mischer‘traxler oder auch von der Initiative CUCULA.

Berlin ist heute geradezu die Hauptstadt der DIY-Bewegung, die durch Internet und 3-D Drucker noch einmal einen entscheidenden Schub bekommen hat. Hier kann die DIY-Bewegung schnell und flexibel mit neuen Konzepten auf gesellschaftliche Probleme reagieren. Das Tiny-House Movement, nach dem Krisenjahr 2007 in den USA entstanden, wird gerade erfolgreich in den Prinzessinengärten in Berlin-Kreuzberg erprobt: Einfache Architektur zum Selbermachen als Antwort auf die Wohnraumknappheit in den Metropolen. Van Bo Le Menzel hat in Berlin 2010 seine Hartz-IV Möbel entwickelt. Und selbst auf den massiven Zustrom von Flüchtlingen beginnt DIY schon zu reagieren. Als Weiterentwicklung seines One Squaremeter House hat Le-Mentzel 2015 eine mobile Notunterkunft zum Selberbauen für die Geflüchteten gestaltet, die er Hotel Lageso nannte. Mit CUCULA – Refugees Company for Crafts and Design hat sich 2014 eine Initiative gegründet, in der Geflüchtete vor allem den DIY-Entwurf von Enzo Mari selber bauen und sehr eigenständig interpretieren. Die Designentwürfe der DIY-Bewegung bedienen sich vielseitiger Strategien und verfolgen unterschiedliche Ziele. Zum einen versucht das Design über Do It Yourself, neue Wege der Gestaltung zu beschreiten. Zum anderen ist die DIY-Bewegung auch immer ein Seismograph für gesellschaftliche Veränderungen. Natürlich spielt ebenso die Lust am Experiment und spielerische Selbstermächtigung des Design-Konsumenten eine große Rolle.

Die museumstypische klassische Präsentationsweise von Designobjekten wird in der Schau im Bröhan-Museum von einem permanenten Workshopraum ergänzt. Jeden zweiten Sonntag-Nachmittag wird der Berliner Designer Johannes Kunz in der Ausstellung einen Maker-Sunday in seiner mobilen Werkstatt veranstalten. Darüber hinaus werden mehrfach Workshops zum Selbermachen und Selberentwerfen von Design angeboten. Das Do It Yourself wird tatsächlicher Bestandteil der Ausstellung sein und so entstanden eine Reihe der zeitgenössischen Do It Yourself-Objekte auch erst unmittelbar vor der Ausstellung – zum Teil von den Mitarbeitern des Museums selbst gebaut.

Hier gibt es das Begleitprogramm zur Ausstellung.

Ort:
Bröhan Museum
Landesmuseum für Jugenstil, Art Deco und Funktionalismus
Schlossstraße 1a
14059 Berlin

Zeit:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr und an allen Feiertagen
24. und 31.12. sowie Ostermontag und Pfingstmontag geschlossen
1. Januar: 12 bis 18 Uhr

Bild:
Johannes Kunz
MOBILE WERKSTATT
Hinweis: Johannes Kunz wird an jedem zweiten Sonntag mit seiner mobilen Werkstatt einen „Maker Sunday“ in der Ausstellung „Do it yourself-Design“ veranstalten.