E. Sottsass – Olivetti Connection

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Der Architekt und Designer Ettore Sottsass und seine engen Verflechtungen mit dem Hause Olivetti sind Ausgangspunkt für die thematisch verwobenen Ausstellungen “Ettore Sottsass” bei Ulrich Fiedler und “Olivetti Connection” bei Hans-Peter Jochum.

Ulrich Fiedler konzentriert sich auf Ettore Sottsass’ Werk der 50er Jahre. Hans-Peter Jochum zeigt mit der Olivetti Connection ausgewählte Objekte der Architektur und Designgeschichte des Firmenimperiums, dessen Dimension und Bedeutung von Designern wie u.a. Ettore Sottsas, Ugo Sissa, Studio BBPR und Hans von Klier entworfen wurde.

HANS-PETER JOCHUM | OLIVETTI CONNECTION

OLIVETTI wurde 1908 von Camillo Olivetti in Ivrea im Piemont gegründet. Deutlichstes Zeugnis für die Dimension, die das Olivetti Imperium erreichte, ist seine Architektur und sein Design – in Qualität und Anzahl der weltweiten Firmen- und Geschäftssitze. Besondere Beispiele dieser entworfenen und gebauten Identität sind: UGO SISSAs Möbel von 1940 für die Olivetti-Bibliothek in Ivrea; der 1954 von SUDIO BBPR gestaltete OLIVETTI SHOP in New York; der 1956 von MARCO ZANUSO gebaute Firmensitz in Sao Paulo; das Ausstellungsdesign 1961 in Torino von FRANCO ALBINI; das Barcelona Geschäftshaus von1964 wieder in Zusammenarbeit mit STUDIO BBPR; verschiedene Entwurfsarbeiten von ETTORE SOTTSASS, HANS VON KLIER und ALBERT LECLERC für Olivetti ab 1973; die Zusammenarbeit mit ENZO MARI im Jahr 1968; das Corporate Identity für Olivetti von HANS VON KLIER; der Olivetti Shop in Buenos Aires von GAE AULENTI; die Residenziale Olivetti Ovest in Ivrea von GABETTI E ISOLA von 1968-1971 und der Entwurf des ersten Computers 1967 von MARIO BELLINI.

Die Ausstellung bespielt beide Galerien Hans-Peter Jochums: In der Knesebeckstrasse 54 werden Möbel und Objekte der italienischen Gestalterelite gezeigt, die für Olivetti entworfen hat, wie studio Bbpr, Marco Zanuso, Ettore Sottsass, Enzo Mari, Gae Aulenti sowie Mario Bellini. Sie haben das Erscheinungsbild von Olivetti durch Architektur, Produktdesign sowie Corporate Identity geprägt. Ugo Sissa, Maler und Architekt, entwarf 1940 die legendäre Einrichtung für die Bibliothek und den Verlag Olivetti in Ivrea. Aus diesem Ensemble zeigt die Galerie ein radikal minimalitisches Sofa mit dazugehörigem Tisch. Zwei hölzerne und bemahlte Türen des Designerkollektives BBPR werden gezeigt, die Bestandteil des Livingrooms eines der Designer war. In der Bleibtreustraße 41 sind die Möbel aus den Programmen Spazio und Arco von Studio BBPR sowie Synthesis von Ettore Sottsass zu sehen.

Ort:
Hans-Peter Jochum
Knesebeckstraße 54
10719 Berlin
und
Bleibtreustraße 41
10623 Berlin

Zeit:
13.4. – 9.6.2012
Opening 13.4.2012, 21 Uhr
Öffnungszeiten: Mi-Fr 14-18.30 Uhr, Sa 11-16 Uhr

GALERIE ULRICH FIEDLER | ETTORE SOTTSASS – CASA ASTRUA, 1955

Die berühmtesten Arbeiten Ettore Sottsass’ sind zweifellos die Möbel und Objekte, die er 1982 für Memphis entwarf. Doch die lange und fruchtbare Laufbahn des Architekten begann bereits Ende der vierziger Jahre mit Arbeiten, die noch heute nahezu unbekannt sind. Die Ausstellung widmet sich dieser frühen Schaffensphase und zeigt seine Auftragsarbeit in der Casa Astrua von 1955. Sottsass’ Vater stirbt 1954, der Architekt Sottsass senior, kurz nach seiner Fertigstellung der Villa Astrua-Grassotti in Turin. Ettore erhält den Auftrag, die Möbel für die Innenausstattung der Villa zu entwerfen. Diese Möbel zeichnen sich durch klares Design, perfekte Ausführung und ungewöhnliche Formen und Proportionen aus. Die massive horizontale Anrichte wirkt räumlich-abstrakt und erinnert an die Ästhetik von De Stijl. In der vertikalen Anrichte dagegen sind Jugendstil-Einflüsse sichtbar. Der schwarze, als Bücherregal gedachte Part des Möbels nimmt bereits die Form einiger Memphis-Designs vorweg. Geometrische und graphische Formen charakterisieren auch den Couchtisch und den Zeitungsständer. Die Bedeutung der Arbeiten diese Ära hat unlängst auch das Centre Georges Pompidou erkannt und eine Anrichte von Sottsass erworben, die aus einem weiteren Einrichtungsprojekt für Aldo Grassotti aus derselben Zeit stammt.

Ort:
Galerie Ulrich Fiedler
Charlottenstr. 68
10117 Berlin

Zeit:
27.4. – 23.6.2012
Empfang 27.4.2012, 18-21 Uhr
Öffnungszeiten: nach Vereinbarung