Ecodesgin Preisträger

wettbewerb ecodesign gewinner berlin

Beim Bundespreis Ecodesign 2014 gab es in der Kategorie Nachwuchs zwei Gewinner aus Berlin:

Zum einen konnte Ayelet Fishman von der Kunsthochschule Weißensee die Jury mit dem Projekt Link_urban logistics überzeugen. Das Mobilitätssystem nutzt die bestehende Stadtinfrastruktur für eine nachhaltige Güterverteilung. Es umfasst u.a. eine Flotte elektrischer semiautonomer Transporter. Waren werden aus Gütersammelzentren am Stadtrand systematisch nach Gebieten sortiert und in Containern auf lokale Nachbarschafts-Lagerräume verteilt. Dies erspart unnötige Fahrten und verkürzt Lieferdistanzen. Im weiteren Transport zu örtlichen Geschäften werden LKW durch umweltfreundliche Beförderungsmittel ersetzt. (Bild links)

Zum anderen gewannen Essi Johanna Glomb und Rasa Weber ebenfalls von der KH Berlin-Weißensee mit dem analogen Textildrucker Algaemy, der Farbpigmente selbst produziert. Die Farbpalette reicht von Blau-, Grün- und Brauntönen bis hin zu leuchtendem Rot. Veränderbarkeit von Farbgebung und Oberfläche gehören hier zum ästhetischen Konzept. Algaemy nutzt in einem autarken Herstellungszirkel das nachhaltige Potential einer CO2-bindenden Mikroalge, die in Europa als bisher als Unkraut angesehen wird, jedoch Filtereigenschaften aufweist und als nachwachsender Rohstoff fruchtbar gemacht werden kann. (Bild rechts)

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (ja, Deutschland hat eine Bundesumweltministerin und sie heißt so) und die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, haben am 14. November in Berlin die Gewinner des Bundespreises Ecodesign 2014 ausgezeichnet. Insgesamt wurden 13 Projekte in den Wettbewerbskategorien Produkt, Konzept, Service und Nachwuchs prämiert. Dazu gehören energiesparende und reparaturfähige elektronische Produkte, innovative Transportsysteme für den Stadtverkehr, eine nachhaltige Modekollektion, umweltverträgliche Produktionsverfahren in der Leder-, Brillenglas- und Textilherstellung sowie ein Online-Spiel zur CO2-Reduzierung im Alltag.

Aus über 200 Einreichungen wählten die Umwelt- und Designexperten der Jury die Nominierten und Preisträger aus. Der Juryvorsitzende Günter Horntrich sieht in den qualitativ hochwertigen Einreichungen ein klares Zeichen dafür, dass der Stellenwert des ökologischen Designs wächst und nachhaltige Gestaltung sich längst vom früheren Image des Öko-Looks verabschiedet hat.

Die ausgezeichneten Projekte werden in einer Wanderausstellung präsentiert, die 2015 an unterschiedlichen Orten im Bundesgebiet gezeigt wird. Anfang Februar 2015 wird der Bundespreis Ecodesign erneut ausgeschrieben und geht damit bereits in die vierte Runde.
Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt loben den Bundespreis Ecodesign seit 2012 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin e. V. aus. Ein Projektbeirat unterstützt das Vorhaben.