Einzelstück oder Massenware?

bauhaus ausstellung berlin 2019

Das Museum der Dinge fragt in der Ausstellung Einzelstück oder Massenware? welche Form als modern verstanden wird?

Technische Form, Maschinenform, Zweckform, Form ohne Ornament – die Frage nach der Form prägt die programmatischen Auseinandersetzungen im Kontext von Werkbund und Bauhaus.

Welche Rolle spielt die Form bei der Forderung nach einem modernen Stil? In welchem Verhältnis steht die Formgestaltung zu den Produktionsbedingungen? Welche formalen Eigenschaften hat das handwerkliche oder künstlerische Einzelstück und welche die industrielle Massenware?

Im zweiten Projekt der Ausstellungsreihe »111/99« wird an ausgewählten Objekten und Dokumenten das Ringen um ein Konzept der modernen Gestaltung im frühen 20. Jahrhundert anschaulich gemacht. In den zeitgenössischen Äußerungen zur Entwurfspraxis und der Produktion von Alltagsdingen ist ein Changieren zwischen dem Gefühl von Bedrohung durch die technischen Entwicklungen und einer Technikbegeisterung erkennbar, eine Zerrissenheit zwischen dem Wunsch nach individuellem Ausdruck und der Notwendigkeit die Bedürfnisse von Massen zu befriedigen, eine Unentschiedenheit zwischen dem Ideal einer vereinheitlichenden Formgestaltung und der Angst vor Gleichmacherei.

Zeit:
04.04. bis 19.08.2019
Do bis Mo, 12 bis 19 Uhr

Ort:
Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Oranienstraße 25
10999 Berlin

Bild:
Reklameschild ‚die neue linie – das Blatt für Menschen von Geschmack’
Verlag Otto Beyer, 1920er Jahre.
Werkbundarchiv – Museum der Dinge, 2018
Foto: Armin Herrmann