Fakes im April

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In der kommenden Woche bekommen wir es gleich in zwei Ausstellungen mit “Imitationen” zu tun. Kein Aprilscherz! 25books lädt zur Buchpräsentation und Ausstellung Boris Becker – Fakes und die UdK zur Ausstellung Real Fake, einem gestalterisch-ideologischen Diskurs zum Thema Pelz

Real Fake – ein gestalterisch-ideologischer Diskurs zum Thema Pelz

Die Verwendung und das Tragen von echten Pelzen ist eines der luxuriösesten aber auch umstrittensten Themen in der Mode. Zehn Modestudierende der UdK Berlin erarbeiten sich unter der Leitung von Prof. Grit Seymour und ihrer künstlerischen Mitarbeiterin Franziska Schreiber eine eigene Position für oder gegen die Verwendung von Pelz.

Pelz ist Tradition. Seit Menschen Gedenken tragen wir Felle – als Isolierung gegen Kälte und als Schmuck. Pelz ist eine Frage von Wissen und Gewissen geworden. Tierschutzorganisationen protestieren lautstark gegen die Pelzbeschaffung und viele prominente Models posieren für die Anti-Pelzkampagne PETA – um Jahre später wieder für Pelz zu werben.

Für Modedesigner eine Frage der deutlichen Positionierung. In einem Entwurfsprojekt des Studiengangs Modedesign an der UdK Berlin stellten sich die Studierenden der Diskussion und erarbeiteten mit echten und unechten Pelzen ein Kollektionskonzept, sowie eine Kollektion, die in Kooperation mit dem weltgrößten dänischen Auktionshaus für Pelz Kopenhagen Fur und der Kürschnerwerkstatt Fechner Design Berlin umgesetzt werden konnte.

Zeit:
5.-7. April 2010
Mo 11–16 Uhr
Di–Mi 10–19 Uhr
Mi 17 Uhr Finissage

Ort.
Felleshus der nordischen Botschaften
Rauchstraße 1
Berlin–Tiergarten

Boris Becker – Fakes

Unscheinbare, nicht besonders attraktive Objekte abgelichtet vor verschiedenfarbigen Hintergründen. Wechselnde, auf die Gegenstände abgestimmten Formate. Offenkundig haben wir es hier mit einer ernsthaften archivarischen Arbeit zu tun.

Doch was ist so besonders an einer Dose Schnittbohnen, einer in der Mitte geteilten Nippesfigur, einem Tampon oder Damenschuhen? Die Antwort ist: Alle hier gezeigten Gegenstände sind in der Asservatenkammer des Zollkriminalamtes in Köln gelandet, weil sie gegen Import- oder Exportverordnungen verstoßen haben, als Gegenstände der Produktpiraterie oder als Schmuggelware enttarnt worden sind oder zum Schmuggeln anderer unerlaubter Waren dienten. So werden ein Friseurstuhl aus Brasilien oder eine Sauerstoffflasche aus Kolumbien zu Schmuggelverstecken für Kokain, ein Zaunpfosten und ein Polstersessel sind mit Zigarettenschachteln gefüllt, eine Fisherman‘s Friend-Verpackung aus den USA enthält Viagra-Pillen.

Aber auch die Zollbeamten erweisen sich als kreativ, entdecken ein Kokainlöschblatt, weil der Pfennigartikel für 10 EURO Porto aus Kolumbien versendet wurde oder mit Alkohol gefüllte Konservendosen, weil auf dem Etikett steht: GRÜNE ERBSTEN.

Hier kann man in das Buch schauen.

Zeit:
06. April – 27. April 2010
Eröffnung Di 06. April 2010, 19 UHR

Ort:
25books
Brunnenstraße 152
10115 Berlin