FrauenSilber im Bröhan Museum

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Das Berliner Bröhan Museum zeigt bis zum 9. Oktober 2011 die Ausstellung FrauenSilber. Paula Straus, Emmy Roth & Co. Silberschmiedinnen der Bauhauszeit mit etwa 150 seltenen, ausschließlich von Künstlerinnen gestalteten Silber- und Goldschmiedearbeiten.

Die Objekte stammen von Museen, Privatsammlern sowie aus dem Bestand des Bröhan-Museums. Der zeitliche Schwerpunkt liegt bei den Zwanziger Jahren. Erstmals werden hier interessante Frauenpersönlichkeiten aus dem deutschen Sprachraum vorgestellt, die zwischen den beiden Weltkriegen den Beruf der Silberschmiedin ergriffen, eine Werkstatt gründeten oder auch Anstellungen in bedeutenden Silberwarenfabriken fanden. Neben Paula Straus, Emmy Roth und anderen gehören auch die ersten Frauen dazu, die überhaupt eine Meisterprüfung als Gold- bzw. Silberschmiedin ablegten: Marga Jess 1912 in Deutschland, Martha Flüeler-Haefeli 1923 in der Schweiz und Eilfriede Berbalk 1924 in Österreich.

In der vom Badischen Landesmuseum in Karlsruhe übernommenen und auf neuesten Forschungsergebnissen beruhenden Ausstellung (Konzeption: Dr. Reinhard W. Sänger) wird deutlich, dass sich Frauen in dem traditionell von Männern dominierten Handwerkszweig der Gold- und Silberschmiedekunst zu behaupten wussten. Viele der Entwürfe zeugen von einer eigenwilligen persönlichen Handschrift und großem technischen Geschick.

Biografien zu den einzelnen Gestalterinnen geben Einblick in den historischen Kontext, in dem die Silberarbeiten entstanden sind. Dazu zählt auch der tiefe Einschnitt und irreparable Schaden, den die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 für die künstlerische Entwicklung in Deutschland bedeutete. Die jüdischen Künstlerinnen Emmy Roth und Paula Straus waren unmittelbar betroffen: Emmy Roth emigrierte und nahm sich 1942 in Tel Aviv das Leben; Paula Straus wurde 1943 in Auschwitz ermordet.

Dass gerade Frauen sich in den 20er Jahren in den verschiedenen Sparten des Kunsthandwerks betätigten, hatte auch praktische Gründe: Künstlerinnen waren offiziell erst seit 1919/20 an deutschsprachigen Akademien zugelassen und konnten auch danach nur sehr schwer als Malerinnen, Bildhauerinnen oder Architektinnen Fuß fassen. Das Kunsthandwerk bot ihnen noch am ehesten eine berufliche Perspektive.

Die Ausstellung FrauenSilber verdeutlicht, wie kreativ die Silberschmiedinnen der 1920er/30er Jahre waren, zu welch vielfältigen, teilweise überraschend modernen Formen und Dekoren sie fanden, aber auch, welches Maß an persönlichem Durchsetzungsvermögen ihre künstlerische Tätigkeit erforderte.

Öffnungszeiten:
Di bis So, 10 bis 18 Uhr
an allen Feiertagen geöffnet

Ort:
Bröhanmuseum
Schloßstr. 1a
14059 Berlin

Bild:
Erna Zarges-Dürr
Parmesandose mit Löffel
Um 1930/32, Silber, Länge: 20,5 cm
Bröhan-Museum, Berlin
Foto: Martin Adam, Berlin

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