Gestaltung schafft Wissen

ausstellung design berlin

Im Martin Gropius Bau ist noch bis zum 8. Januar 2017 die Ausstellung +ultra. gestaltung schafft wissen zu sehen.

Wissenschaft ist Gestaltung und Gestaltung bringt Wissen hervor. Digitale Technologien haben dazu beigetragen, unsere Wahrnehmung und unser Wissen grundlegend zu verändern: Sie bestimmen Möglichkeiten, lenken und strukturieren die Handlungen des Menschen, sie formen und beeinflussen das Wissen von der physischen und virtuellen Welt. Bislang wird jedoch unterschätzt, dass menschlich, technisch oder natürlich gestaltete Dinge selbst aktiv modellieren und das Wissen mitgestalten, das sie hervorbringen.

Die Ausstellung +ultra. gestaltung schafft wissen zeigt neue Perspektiven auf Theorie und Praxis von Gestaltungsprozessen in Wissenschaft, Design und Architektur und thematisiert die Anforderungen, die wissenschaftlich-technische und gesellschaftliche Entwicklungen heute an die Gestaltung stellen.

Gestaltungsvorgänge werden in Experimenten, Modellen, Bildern und Prozessen präsentiert. Ob Faustkeil oder simulierte Organfunktion, bildgesteuerte Handlung oder 3D gedrucktes Holz – anhand von Objekten der Vergangenheit und der interaktiven Installationen wirft die Ausstellung Schlaglichter auf historische Kontinuitäten und benennt grundlegende Veränderungen, etwa durch die Einführung des computergestützten Designs.

Die neun Kapitel der Ausstellung zeigen die Zusammenhänge von künstlerischen, wissenschaftlichen und technologischen Gestaltungsprozessen in Bezug auf Form, Material und Bild auf und legen deren soziale und politische Dimensionen offen. So markieren „Natur als Grammatik“, „Lebendige Kybernetik“, „Biokonstruktivismus“, „Code und Materie“, „Datenkörper“ oder „Bild-Operationen“ aktuelle und historische Grenzgänge im Spannungsfeld von Natur und Technologie und veranschaulichen die Transformationsprozesse durch Gestaltung und Wissenschaft. Die Mechanismen und Reichweiten gegenwärtiger Gestaltung werden in einer raumgreifenden Szenographie von raumlaborberlin präsentiert.

Der interdisziplinäre, epochenübergreifend angelegte Ausstellungskatalog beleuchtet die Anforderungen, die wissenschaftlich-technische und gesellschaftliche Entwicklungen heute an die Gestaltung stellen. Aufbauend auf Schwerpunkten des Exzellenzclusters, die der Erforschung von Formprozessen, der Eigenaktivität von Materie und Bild-Operationen gewidmet sind, thematisieren die Beiträge künstlerische und natürliche, wissenschaftliche und technologische Prozesse ebenso wie das Gestalten im sozialen und politischen Bereich. Der bebilderte Katalog im Umfang von 384 Seiten erscheint im E.A. Seemann Verlag, Leipzig.

Zeit:
MI bis MO 10:00–19:00 Uhr
DI geschlossen
An den Feiertagen geöffnet,
24. und 31.12. geschlossen

Ort:
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin

Foto:
David Georges Emmerich: Selbsttragende Struktur, ohne Datum (1958-1960)
© Collection Frac Centre-Val de Loire, Foto: François Lauginie