Jasper Morrison. Thingness

produktdesign ausstellung berlin 2017

Das Bauhaus-Archiv zeigt bis 23.10.2017 mit der Ausstellung Jasper Morrison. Thingness die erste Retrospektive des englischen Designers.

Seit Beginn seiner Karriere in den 1980er Jahren bis heute gestaltete Morrison verschiedenste Alltagsobjekte wie Möbel, Küchenutensilien, Geschirrserien und Leuchten, aber auch Schuhe, Uhren, Handys sowie eine Straßenbahn für die Stadt Hannover. Wobei seine Entwürfe für die Schönheit und Innovationskraft der Reduktion auf das Wesentliche stehen.Er arbeitete dabei mit bekannten Firmen wie Alessi, Camper, Cappellini, Flos, Muji oder Vitra zusammen.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Jasper Morrison und dem CID (Grand-Hornu, Belgien) entwickelt. Die chronologische Präsentation umfasst neben realisierten Produkten auch erklärende Kommentare, Publikationen, Zeichnungen, Fotografien, unverwirklichte Entwürfe sowie Archivmaterialien des Designers, um tiefere Einblicke in die Hintergründe und Entstehungsprozesse der jeweiligen Arbeiten von der Ideenfindung bis hin zur Umsetzungen zu geben. Ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm umrahmt die Retrospektive.

„Im Gestaltungsprozess setzt sich Jasper Morrison intensiv mit bereits Vorhandenem auseinander, um dadurch zu neuen Lösungen zu gelangen. Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser Ausstellung die Schlüsselwerke seines bisherigen Schaffens präsentieren können“, erklärt Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung. Museen wie das Victoria and Albert Museum in London oder das Museum of Modern Art in New York sammeln bereits seit längerem seine Entwürfe. Für mehrere seiner Produkte erhielt Morrison Auszeichnungen wie den IF Transportation Design Prize oder den Ecology Award.

1959 in London geboren, studierte Jasper Morrison zunächst bis 1982 an der Kingston Polytechnic Design School. Nach einem Masterabschluss am Royal College of Art in London und einem Stipendium an der Hochschule der Künste Berlin, gründete er 1986 seine Designagentur in London. Mittlerweile hat er weitere Büros in Tokyo und Paris. Größere Aufmerksamkeit erlangte Morrison zunächst durch zwei Rauminstallationen. 1987 war er mit dem Reuters News Center auf der Documenta 8 in Kassel vertreten. 1988 präsentierte er in der DAAD Gallery in Berlin die Ausstellung „New Items for the Home“ als Reaktion auf die damals populäre Memphis-Bewegung. Die ersten Firmen, die Interesse an Morrisons Entwürfen zeigten und mit ihm zusammenarbeiteten, waren Aram und SCP in London, Neotu in Paris, FSB in Deutschland und Cappellini in Italien. 1989 begann seine bis heute andauernde Zusammenarbeit mit Vitra. In den 1990er Jahren kamen Kooperationen mit den italienischen Firmen Alessi, Flos und Magis sowie der deutschen Porzellanmanufaktur Rosenthal hinzu. Beratertätigkeiten für Muji, Samsung, Ideal Standard und Established & Sons entstanden in den 2000er Jahren. Seit den 2010er Jahren kooperiert er mit spanischen Firmen wie Camper oder Kettal und ist Art Director der Schweizer Elektronikfirma Punkt. Morrison hatte bereits mehrere Ausstellungen im Ausland, u.a. 2015 im Musée des Arts Décoratifs Bordeaux. 2006 veröffentlichte er gemeinsam mit dem japanischen Designer Naoto Fukasawa „Super Normal“, ein Manifest für ein einfaches, funktionales Design alltäglicher Produkte. Gemeinsam kuratierten die beiden die gleichnamige Ausstellung, die von Tokyo nach London, Mailand und New York wanderte. Morrison hat mehrere Bücher veröffentlicht u.a. „The good life“ (2014) und „A Book of Things“ (2015), die im Museum erworben werden können.

Ort:
Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
Klingelhöferstraße 14
10785 Berlin

Zeit:
Mittwoch – Montag: 10-17 Uhr, dienstags geschlossen

Sonderöffnungszeiten:
April 2017: Fr. 14.4. bis Di. 18.4.: 10 – 17 Uhr
Mai 2017: Mo. 1.5. sowie Do. 25.5.: 10 – 17 Uhr
Juni 2017: So. 4.6. bis Di. 6.6.: 10 – 17 Uhr
Oktober 2017: Di. 3.10. sowie Di. 31.10.: 10 – 17 Uhr

Bild:
Jasper Morrison, Cork Family, 2004
Produziert von: Vitra
Foto: André Huber © Jasper Morrison Ltd