Lesikon Autorenlesung

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Im Rahmen der Langen Buchnacht findet im Museum der Dinge die größte Autorenlesung der Welt statt. Am 14. Mai 2011 lesen über 100 Co-Autorinnen und -Autoren (ca. 10 pro Stunde) von 12 bis 24 Uhr non stop ihre amüsanten, schrägen, trockenen, lapidaren Texte aus Das LESIKON der visuellen Kommunikation von Juli Gudehus.

Juli Gudehus hat vor kurzem das umfangreichste Designbuch aller Zeiten veröffentlicht. Sie hat darin in den vergangenen neun Jahren einen unermesslichen Erfahrungs- und Sprachschatz zusammengetragen.

Das Lesikon begründet ein neues Genre, denn es ist Nachschlagewerk und Lesebuch, Kaleidoskop und Brennspiegel zugleich. Information vereint sich mit Unterhaltung: Es lassen sich Begriffe nachschlagen und es ist gleichzeitig ein Schmöker, der zu stundenlangem Lesen einlädt.

Eine spannende Odyssee führt durch alle Lebenslagen, Zeiten und Gebiete der visuellen Kommunikation: Anfangen, Aufhören, Bildgestaltung, Verpackung, Werbung, Webdesign, Fehler, Farbe, Liebe, Krieg, Mut, Schrift, Sport, Programme, Preise, Glaubensfragen, Effekte… Der rote Faden dieser “unendlichen Designgeschichte” ist fein gesponnen, aus vielen Fasern, die sich immer wieder unerwartet verzweigen oder verbinden. Unzählige Anekdoten, Ammenmärchen, Ansichten und Einsichten sind hier versammelt. Die 9704 Begriffe werden von 3513 Personen erklärt, verklärt, verteufelt oder veralbert.

Das Lesikon ist von der 1. bis zur 3000. Seite reine Ansichtssache – ohne eine einzige Abbildung zu enthalten. In einem Zusammenhang, in dem es vor allen Dingen um das Anschauen geht, gibt es nichts zum Anschauen. Stattdessen entstehen die Bilder und Ansichten im Kopf des Lesers. Jedes Exemplar ist jedoch mit einer Auswahl verschiedener und immer anderer Lesezeichen ausgestattet. Es handelt sich dabei um Fundstücke, wie man sie eben verwendet, wenn nichts anderes zur Hand ist: Eintrittskarte, Zeitungsausriss, Zuckertütchen, Flyer, Foto etc.. Diese Lesezeichen sind – bei aller sonstigen Bilderlosigkeit des Buches – immerhin der Hauch einer Ahnung der unendlichen Fülle des Schaffens im Bereich der visuellen Kommunikation.

Ort:
Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Oranienstraße 25
10999 Berlin

Zeit:
14. Mai 2011, 12 -24 Uhr