Martí Guixé Ausstellung

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In der Woche vom Art Forum Berlin eröffnete die Designgalerie HELMRINDERKNECHT contemporary design ihre rund 100 m2 großen Räume an der Linienstrasse mit der Ausstellung Chairs & Fireworks von Martí Guixé. Die Galerie widmet sich auch zukünftig ausschliesslich der Vermittlung und dem Verkauf von zeitgenössischem Design an der Schnittstelle zur Kunst.

Die Eröffnungsausstellung präsentiert noch bis zum 7.11.’09 den renommierten katalanischen Designer Martí Guixé (*1964), der neuste Arbeiten und erstmalig auch Zeichnungen zeigt. Die Objekte sind alle in einer kleinen limitierten Auflage erhältlich. Für die Ausstellung in Berlin hat Guixé drei neue Arbeiten in seinem Zyklus „Statement Chairs“ entworfen; weiterhin widmet er sich dem bisher vom Design vernachlässigten Thema „Feuerwerk“.

Martí Guixé (*1964) lebt und arbeitet in Barcelona und Berlin. Seine Objekte und Installationen wurden bereits in vielen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen wie dem MoMA, New York, dem Centre Georges Pompidou, Paris und dem MUDAC, Lausanne gezeigt. Er hat u.a. den „Design Plus Award“ 2004 und den „National Design Price of the Generalitat de Catalunya“ 2007 gewonnen, ist Autor mehrerer Bücher und entwirft für viele große Firmen wie Alessi, Camper, Danese und Moleskine.

Die Arbeiten des selbsternannten „Ex-Designers“ Martí Guixé sind ganz im Spannungsfeld zwischen freiem installativen Design und klassischem Produktdesign angesiedelt und damit bestes Beispiel für die zukünftige Ausrichtung der Galerie der beiden Betreiber Petra Helm und Martin Rinderknecht.

Mit drei neuen Positionen setzt Guixé seine Reihe „Statement Chairs“ fort.

Respect Cheap Furniture
Der klassische Monoblock-Plastikstuhl ist ein Phänomen, mit dem sich bereits viele Designer und Künstler auseinandergesetzt haben. Er hat viele Eigenschaften von gutem Design: er ist günstig, demokratisch, technisch sinnvoll, zweckdienlich und robust; jedoch leidet er unter einem schlechten Ruf. Nach der Arbeit „Stop Discrimination Of Cheap Furniture“ (2004) geht Guixé nun noch einen Schritt weiter mit seiner Verteidigung des Allzweckstuhls und fordert „Respect Cheap Funiture“. Der Respect-Cheap-Furniture-Stuhl wird in einer limitierten Auflage von 50 Stück produziert.

27 kg of Copper
Der zweite Statement Chair setzt sich mit dem Thema Recycling auseinander. Kupfer ist ein Material, das fast vollständig und unendlich oft recycelt werden kann – ohne dass es an Qualität und Masse verliert. Jedes Objekt aus Kupfer kann potentiell Form, Typologie und Kontext ändern. Guixé’s Stuhl aus Kupfer ist somit nicht nur ein Stuhl, sondern auch die Möglichkeit, viele andere Objekte zu sein und ist damit letztlich einfach „27 kg of Copper“. Der Copper-Stuhl wird in einer limitierten Auflage von acht Stück produziert.

Designer Chair / Centaurus
Als dritten Stuhl zeigt Guixé einen echten „Designer Stuhl“. Stühle mit dem Label Design werden oft stark mit der Person und der Reputation des Designer identifiziert. Guixé’s Centaurus-Stuhl bringt Stuhl und Designer so nah wie nur möglich zusammen: Der Designer wird physischer Teil des Stuhls; Subjekt und Objekt werden Eins und zum „Designer Chair“. Der Centaurus-Stuhl wird in einer limitierten Auflage von zehn Stück produziert.

Neben den erstmals gezeigten Originalzeichnungen präsentiert Martí Guixé (mit einem Augenzwinkern) ein Bündel an neu designtem Feuerwerk. Die Spitzen von Feuerwerksraketen hat er mit stilisierten Designobjekten neu interpretiert und feiert damit die Domestizierung des (Welt-)Raums, fliegende Autos, die Konsolidierung von Ex-Design und die Eröffnung von HELMRINDERKNECHT contemporary design in Berlin.

Zeit:
Ausstellungsdauer: 26.09. – 07.11.2009
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag, 12 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

Ort:
Linienstrasse 87
10119 Berlin