Medienfassaden Festival 2010

media facades festival europe berlin 2010

Connected Cities ist der Leitgedanke des Medienfassaden Festivals Europa 2010, das vom 27. August bis zum 12. September 2010 erstmals sieben europäische Metropolen über digitale Großbildschirme im öffentlichen Raum vernetzt. Public Art Lab Berlin war schon 2008 Initiator dieses Festivals und hat nun das zunächst lokale Format zu einer europäischen Initiative ausgeweitet.

In Berlin, Brüssel, Budapest, Helsinki, Liverpool, Linz und Madrid nutzen Künstler und Mediendesigner die vernetzte Bewegtbildinfrastruktur im Stadtraum für einen transmedialen, städte- und ländervernetzenden Kunst- und Kulturaustausch – auf Projektionsflächen, die üblicherweise von kommerziellen Inhalten dominiert werden. Gefragt wird nach dem kulturellen und kommunikativen Potential von Medienfassaden und danach, welche Möglichkeiten sie den Bürgern bieten, das Stadtbild mitzugestalten. Passanten werden in künstlerische Prozesse einbezogen und so zu transkulturellen Akteuren.

Beispielsweise katapultiert die Arbeit SMSlingshot von VR/Urban – eine speziell angefertigte digitale Steinschleuder – individuelle Botschaften von Passanten zielgerichtet auf die Medienfassade einer anderen Festivalstadt. City Sleep Light von Antoine Schmitt zeigt die Schlafgewohnheiten der Festivalstädte als pulsierende Lichtinstallation auf dem Nightscreen des Berliner Gasometers – dem mit 660 m2 größten LED Screen Europas.

Weitere Programmpunkte:

Mobile Dinner von Johanna Bruckner
Berliner Festivaleröffnung im Rahmen der Langen Nacht der Museen
Samstag 28. August, ab 20.30 Uhr, CHB, Dorotheenstraße 12, 10115 Berlin-Mitte
Das ‚Mobile Dinner’ lädt zur Eröffnung des Festivals 2010 in Berlin zu einem öffentlichen europäischen Festessen im Freien. Vor dem Collegium Hungaricum Berlin wird eine 50 m lange Tafel für 150 Gäste aufgebaut, die sich während des Essens durch die digitale Broadcasting-Technologie über die Medienfassade des CHB mit den live zugeschalteten Partnerstädten austauschen können.

Men in Grey von Men in Grey
Pre-Event, Freitag 27. August, ab 20.30 Uhr, Dorotheenstraße 12, 10115 Berlin-Mitte
Zwei Männer in grauen Anzu?gen betreten einen öffentlichen Platz, ‘hacken’ sich u?ber ihre Laptops in einen lokalen Hotspot ein und nehmen Zugriff auf die digitale Aktivität der Passanten, die mit ihren Smartphones und Laptops u?ber den ungeschu?tzten Hotspot chatten, surfen und Nachrichten verschicken. Die ‘Men in Grey’ verändern Dialoge, vertauschen die Inhalte der Bildschirme und übertragen den Manipulationsvorgang auf digitale Großbildschirme. Ein Zukunftszenario, das von
dem Ku?nstler als aktivistische Performance inszeniert wird.

Hand From Above von Chris O’Shea
Das interaktive Projekt ‘Hand from Above’ lässt über den Platz laufende Passanten automatisch Teil einer Performance auf dem digitalen Großbildschirm werden. Eine riesige animierte Hand greift spielerisch in die Szene ein. Sie kitzelt und streckt die ahnungslosen Fußgänger, greift sie und fügt sie in Echtzeit an einer anderen Stelle im Bild wieder ein. Das führt zu Überraschungseffekten und Irritationen – ein Eingriff in die Routine unseres alltäglichen Lebens.

Paradise Panorama von Katrin Schoof und The Park von Ulu Braun
während des gesamten Festivals, U-Bahnhof U6 / Friedrichstraße
Auf zwölf Frontprojektionsflächen im Bahnhof Friedrichstraße tauchen die Passanten eine Komposition aus realen Landschaftaufnahmen und virtuellen Naturszenarien ein, die zu einer Reise ins Paradies einladen. In langsam fließenden Übergängen werden opulente Bilder unter anderem aus Kanada, Umbrien, England, Brandenburg und Niedersachsen zusammengeführt.

Bild:
Mood Gasometer by Julius von Bismarck, Richard Wilhelmer and Benjamin Maus; Media Facades Festival Berlin 2008; Photorights © Frank Hülsbömer