Mies Memory Box

mies memory box bauhaus berlin

Vom 26.07. bis zum 04.09.2006 ist die Mies Memory Box im Bauhaus-Archiv zu sehen.

Knapp 20 Jahre lang stand am östlichen Neiße-Ufer von Guben das Haus des Textilfabrikanten Erich Wolf. Es ist das moderne Erstlingswerk (1925-27) des späteren Bauhaus-Direktors Ludwig Mies van der Rohe. Zum Kriegsende wurde das Haus stark zerstört und später abgetragen, die Stadt Guben wurde geteilt. Heute befindet sich am Standort im polnischen Teil der Doppelstadt Guben/Gubin ein kleiner Park. Die Fundamente des Hauses Wolf wurden erst 2002 auf Initiative der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land ausgegraben und mit Unterstützung des New Yorker Museums of Modern Art (MoMA), das den Nachlaß Mies van der Rohes besitzt, vermessen. Mit der Mies Memory Box erinnert die IBA an diesen verschwundenen Meilenstein der Architekturgeschichte.

Der ca. drei mal drei Meter große mobile Kubus aus halb-transparentem Composite-Werkstoff zeigt in seinem Inneren bewegliche Schautafeln, die über Guben/Gubin, den Architekten sowie das Haus Wolf und die anderen IBA-Projekte in Guben und Gubin informieren. Zu sehen sind außerdem Grabungsfunde – z.B. Scherben der einstigen Porzellansammlung Wolf – sowie einige noch nie öffentlich gezeigte historische Fotos aus dem Besitz des MoMA und der Familie Wolf. Zwei Stahlrohrstühle nach Entwurf von Mies van der Rohe und Lilly Reich laden den Besucher zum Verweilen ein.

Im Rahmen der Eröffnung der Mies-Memory-Box im Bauhaus-Archiv Berlin am 25.7. um 19 Uhr findet eine Podiumsdiskussion über “Mies van der Rohe und seine Villen” statt. Teilnehmer sind: Barry Bergdoll, Jan Maruhn, Wita Noack und Lars Scharnholz; Moderation: Annemarie Jaeggi