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Wettbewerb pack ein pack aus pack zu

Unverständliche Anleitungen, schwer lesbare Informationen – viele Produkte und ihre Verpackung gehen an den Bedürfnissen und Wünschen älterer Menschen vorbei.
“Wie können Produktverpackungen aussehen, die die spezifischen Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigen, ohne sich in Gestalt und Funktion auf diese Nutzergruppe zu beschränken?”, fragt deshalb der von der Berliner UdK durchgeführte bundesweite Wettbewerb an Design-Hochschulen pack ein pack aus pack zu.

Aus der Ausschreibung:

Warum Verpackungen?
Verpackungen! Ein Thema, das viele Menschen angeht, ist doch die Verpackung Schnittstelle zwischen Produkt und Nutzer. Sie schützt das Produkt vor äußeren Einflüssen, sie ist Hülle, kleidet es ein und soll anziehend wirken, auch ist die Verpackung oftmals integraler Bestandteil des Produktes. Gut gelöst kann die Verpackung begeistern und dem Nutzer den Inhalt nahe bringen. Schlecht gelöst, wird sie zum Ärgernis, denn sie verhindert den Zugang zum Produkt. Wer kennt das nicht? Die Logik der Öffnung ist nicht klar, der Kraftaufwand reicht nicht aus oder kann nicht abgeschätzt werden, die Information ist nicht zu finden, nicht lesbar oder zu detailliert und umfangreich, ein geeignetes Werkzeug zum Öffnen nicht zur Hand … diese bekannten Probleme werden für den älteren Menschen zum Hindernis, wenn altersbedingte, körperliche Beeinträchtigungen hinzukommen. Das kann mitunter soweit gehen, dass die selbstständige Lebensführung eingeschränkt wird.

Ziel des Wettbewerbs
Mit diesem Wettbewerb sollen Designstudierende und – absolventinnen/-absolventen für das Thema der demografischen Entwicklung und der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft sensibilisiert werden. Es geht um die Entwicklung von Produktverpackungen und Verpackungskonzepten, die die Bedürfnisse und Wünsche älterer Menschen aufgreifen, aber gleichzeitig für viele Lebensalter, also generationsübergreifend, attraktiv sind. Es geht um Verpackungen aus allen Bereichen des täglichen Lebens, die durch Funktion und Information, Komfort und Ästhetik nützlich sein können.

Zum Thema
Wir befinden uns in einer grundlegenden gesellschaftlichen Veränderung. Die Lebenserwartung in großen Teilen unserer Welt nimmt stark zu und die Geburtenzahlen sinken. Ältere Menschen sind die Zielgruppe der Zukunft, denn ihr Anteil an der Gesellschaft wird in naher Zukunft deutlich größer sein als bisher. Für die Wirtschaft bedeutet das eine große Herausforderung. Es gilt ein Umfeld zu schaffen, das altersfreundlich, handhabbar, zugänglich und finanzierbar ist. Das Design der Zukunft muss den Herausforderungen der demografischen Entwicklung gerecht werden. Das bedeutet insbesondere sich inspirieren zu lassen von den Bedürfnissen und Wünschen älterer Menschen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihre persönlichen Erfahrungen und ihre individuelle Vergangenheit zu berücksichtigen und dabei Produkte zu entwickeln, die den älteren Menschen nicht problematisieren und stigmatisieren, sondern die seine Lebensqualität verbessern. Alt ist nicht gleich alt! Schaut man in die Zukunft, so gilt es die bisherigen Vorstellungen vom älteren Menschen in Frage zu stellen. Es findet ein Wertewandel statt. Die mit Mick Jagger, Elvis Presley und der 68er Bewegung großgewordene Nachkriegsgeneration hat mit den bisherigen Vorstellungen vom älteren Menschen nicht mehr viel zu tun. Sie ist wesentlich selbstbewusster, aktiver und hat stark individualisierte Konsumwünsche, die bei der Produktentwicklung der Zukunft berücksichtigt werden müssen. Sich dieser Nutzergruppe zu nähern und sich einzulassen auf ihre Bedürfnisse, soll Thema dieses Wettbewerbs sein.

Bewertungskriterien
Bewertet werden Konzept und Entwurf unter Einbezug der Nutzergruppe ältererer Menschen. Berücksichtig wird dabei der Aspekt des „Design for all“, d.h. die Ergebnisse sollen nicht auf die Defizite oder Probleme spezieller Nutzergruppen hinweisen, sondern vielen Menschen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten nützlich sein. Neben der Relevanz für das Thema gelten die gestalterischen Bewertungskriterien: Innovationsgrad, Gebrauchswert und Funktionalität, Ökologie, Material und Technik, formale Qualität (symbolischer und emotionaler Gehalt) und die Visualisierung der Beiträge.

Teilnehmerinnen / Teilnehmer
Am Wettbewerb teilnehmen können Hochschul- oder Fachhochschulstudierende und Absolventinnen/Absolventen (Dipl. ab 2003) der Fachrichtungen Design (Produktdesign, Visuelle Kommunikation, Verpackungsdesign).

Jurymitglieder
Konstantin Grcic (Gestalter), Prof. Hans (Nick) Roericht (Gestalter), Prof. Dr. Ursula Lehr, Bonn (Wissenschaft), Elisabeth Niejahr, Berlin (Die Zeit), Eberhard Gebauer (Kaufhof Warenhaus AG), Jürgen Nadler (Stiftung Warentest), Horst Prießnitz (Markenverband e.V./Industrie)

Wettbewerbsbeitrag
Einzureichen sind max. drei Poster im Format DIN A2 auf Karton aufgezogen, auf denen Produkte/Entwürfe und Konzepte (z.B. Entwurfszeichnungen, Modelle, Animationen und Prototypen) visualisiert sind. Hinzu kommt ein mit einer Kennziffer versehener Umschlag. Er soll die Teilnahmeerklärung, eine Kurzvita und ein Porträtfoto der Teilnehmerin/des Teilnehmers enthalten.

Wettbewerbsbedingungen
Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. Es werden nur Beiträge zugelassen, die allen Formalien entsprechen. Alle Urheberrechte für die Arbeit müssen beim Autor liegen. Gleiches gilt für die Urheber- und Nutzungsrechte bei der Präsentation verwendeter Bilder. Es dürfen keine Rechte Dritter verletzt werden. Mit der Teilnahme und durch Entgegennahme der Auszeichnung und Preise werden keine Urheberrechte, Patente und Nutzungsrechte abgetreten. Die Wettbewerbsteilnehmer räumen dem Auslober das Recht ein, den Wettbewerbsbeitrag im Rahmen der Ausstellung und Publikationen unter namentlicher Nennung des Urhebers honorar- und kostenfrei zu nutzen.

Preise
Es stehen Geldpreise im Wert von 6.000,- EUR zur Verfügung. Außerdem wird ein Sonderpreis von der Kaufhof Warenhaus AG in Höhe von 2.500,- EUR ausgelobt. Der Sonderpreis wird vergeben für besondere methodische Herangehensweisen, die sich dadurch auszeichnen, dass die Zielgruppe der ältereren Menschen in den Entwurfsprozess aktiv mit einbezogen wird. Darüber hinaus kann die Jury weitere Entwürfe mit einer Anerkennung auszeichnen. Ausgewählte Beiträge werden in einer Ausstellung in Berlin und in einer Publikation der Öffentlichkeit vorgestellt. Für die Ausstellung werden nach der Juryentscheidung Modelle, Prototypen und evtl. ergänzende Fotos und Zeichnungen angefordert.

Abgabe
Einsendeschluss ist der 04.08.2006, es gilt das Datum des Poststempels.
Adresse:
Universität der Künste Berlin
Fakultät Gestaltung
z. Hd. Karin Schmidt-Ruhland
Straße des 17. Juni 118
D-10623 Berlin

Veranstalter
Universität der Künste Berlin
Institut für Produkt- und Prozessgestaltung
Karin Schmidt-Ruhland
E-Mail: pack-aus@udk-berlin.de