Roboter für die Klimaforschung

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Robotik zur Klimaforschung – Designstudenten erhalten IF Awards für zukunftsträchtige Roboter-Entwicklungen.

Ein neuartiger Forschungsroboter, der sich auf dem unwegsamen Gelände der Gletscher oder Polarregionen problemlos fortbewegt und gleichzeitig Daten z.B. über Temperaturen oder Strömungsgeschwindigkeiten sammelt, könnte für Klimaforscher eine große Hilfe sein. Die Designstudenten Jonathan Herrle, Josef Niedermeier und Ralf Kittmann von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee stellten eine Studie zu einem solchen Roboter vor, den sie „Tribot“ (Bild links) nannten. Dank der Tetraeder-Geometrie kennt der Tribot kein Oben, Unten, Rechts und Links. Zur Fortbewegung werden die Seitenlängen des Tetraeders variiert, der Schwerpunkt verschiebt sich und der Tribot kippt auf die Seite. So bewältigt er jedes noch so zerklüftete Gelände, kann sogar klettern. Die Studie erbrachte dem von Professor Helmut Staubach betreuten Studententeam jetzt den wichtigsten deutschen Designpreis, einen IF Produkt Design Award 2009 in der Kategorie „Advanced Studies“.

Einen zweiten IF Produkt Design Award 2009 in der Kategorie „Advanced Studies“ erhielten die Studenten für ihre Studie „TubeBot“ (Bild rechts): Einem Wartungsroboter für städtische Trinkwasserleitungen. Von London ist z.B. bekannt, dass rund 20 Prozent des Trinkwassers wegen der Lecks in den Leitungen verloren geht. „TubeBot“ kommt dank seines intelligenten Funktionskonzepts, welches den stets vorhandenen Druck in den Leitungen zur Stromerzeugung nutzt, ohne zusätzliche Energieversorgung aus. Er ist so konstruiert, dass er bei vollem Betrieb arbeitet und den Ort von Lecks und Rissen präzise melden kann. Dadurch könnte ohne Unterbrechung der Wasserversorgung gezielt, kosten- und zeitsparend repariert werden.

Bei den Studienarbeiten stand im Vordergrund, wie sich die rasant entwickelnde Robotertechnologie bei der Bewältigung zukünftiger
ökologischer Herausforderungen nutzen lässt. Die Studenten wollten nicht das Klischee des androiden Alleskönners bedienen, sondern den tatsächlichen Mehrwert von Robotern zeigen. Als „tool in motion“, also weitgehend autonom agierendes Werkzeug, das sich von der Hand des Menschen losgelöst hat, kann der Roboter zur Entlastung bei schwierigen oder gefährlichen Arbeiten eingesetzt werden.

Die beiden prämierten Roboterstudien werden auf der IF Exhibition in Hannover von März bis August 2009 präsentiert. Die Preisverleihung findet am 03. März 2009 in Hannover statt. Vom 14. Januar bis zum 27. März 2009 werden sie auch in der Kunsthochschule Berlin-Weißensee zusammen mit anderen Arbeiten aus dem Produkt-Design gezeigt.