sonambiente 2006

sonambiente 2006 pressekonferenz

Die gestrige Pressekonferenz in der ehemaligen polnischen Botschaft gab den Startschuss: Nach 1996 findet sonambiente berlin 2006 zum zweiten Mal als internationales Festival für hören und sehen in der Klangkunst-Metropole statt. BerlinDesignBlog wird nach Pfingsten fleißig lauschen und unter der Rubrik Sounddesign berichten.

Veranstaltet von Berliner Festspiele und Akademie der Künste vereint das interdisziplinäre Festival die zahlreichen Spielarten der Klangkunst. Vom 1. 6. bis zum 16. 7. präsentiert sonambiente berlin 2006 Bildende Kunst und Klangkunst genauso wie Videokunst, Performances, Neue Medien und Film. Zu sehen und hören sind Installationen, Objekte und Videoarbeiten sowie Aktionen und Performances von 55 internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie von 20 jungen Talenten aus künstlerischen Hochschulen an über 20 Orten im Zentrum Berlins.

Berlin gilt als Zentrum intermedialer und experimenteller Kunstformen. 1996 lieferte sonambiente – festival für hören und sehen die erste internationale Überblicksschau zur Klangkunst, die damals eine noch junge interdisziplinäre ästhetische Bewegung war, der Künstler aus ganz unterschiedlichen Bereichen angehörten. Heute, zehn Jahre später, hat der Begriff Klangkunst schärfere Konturen angenommen und ist stärker in den Kunstbetrieb integriert. sonambiente berlin 2006 bietet einen pointierten Querschnitt über die Entwicklungslinien und Akzentverschiebungen der letzten Jahre und zeigt neben Klassikern der Klangkunst neue Tendenzen auf. Generell hat die Bedeutung von akustischem Material in den Bildenden Künsten zugenommen, ebenso lässt sich ein verfeinerter Einsatz digitaler Technologien in klangkünstlerischen Arbeiten feststellen.

Gleichzeitig unterzieht sonambiente berlin 2006 auch den urbanen Raum einer kritischen Bestandsaufnahme. So wie die Stadt als reales Klangkunstwerk erlebt werden kann und die Architektur und ihre kommunikativen Bedingungen eine feste Bezugsgröße klangkünstlerischer Arbeiten sind, reflektiert das Festival insgesamt die Veränderungen in der Stadtstruktur. Das zeigen schon die einzelnen Spielstätten des Ausstellungsparcours, der im Mittelpunkt des Festivals steht.

Neben etablierten Orten wie den beiden Häusern der Akademie der Künste, dem Quartier Klosterstraße sowie dem Haus der Berliner Festspielen, gehören neu entdeckte und erstmals bespielte Räume wie die Ehemalige Polnische Botschaft Unter den Linden, das Allianzgebäude an der Joachimsthaler Straße und am Ostbahnhof und das 1904/05 erbaute Pumpwerk „Radialsystem V“ in der Holzmarktstraße zum Ausstellungsparcours. Daneben treten ortsspezifische Interventionen im öffentlichen Raum in Dialog mit ihrer Umwelt und kommentieren den Wandel in der Stadtstruktur Berlins, wie beispielsweise die Arbeiten am Schlossplatz zeigen.

Den Ausstellungsparcours ergänzt das sonambiente_laboratorium: eine Ausstellung in Kooperation mit sieben internationalen Hochschulen, die Arbeiten von 20 jungen Talenten vereint. Viele davon Schüler oder ehemalige Studenten.

Die Ausstellung begleitet ein von Carsten Seiffarth und Volker Straebel geplanter sonambiente_diskurs mit Diskussionen und Künstlergesprächen im Salon Tesla, in dem ab dem 8. 6. immer donnerstags um 20:30 Uhr einzelne Aspekte der theoriefreudigen Klangkunst genauer diskutiert werden.

Die von Bady Minck kuratierte sonambiente_filmreihe im Filmkunsthaus Babylon beschäftigt sich in der letzten Festivalwoche mit dem Verhältnis von Klangkunst und Kinematographie.

Und last but not least die sonambiente_public viewing world cup sound art lounge im Haus der Berliner Festspiele: Dort sind vom 9.6.–9.7. alle Spiele der WM live mit klangkünstlerischer Umrahmung von Kalle Laar und zahlreichen Gästen zu sehen und zu hören.

!!! Hier !!! gibt’s das Programm.

Über das anstehende Festival berichtet heute die Berliner Zeitung.