strahlend grau

werkbundarchiv berlin ausstellung herbert hirche 2010

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge präsentiert vom 21. Mai bis 13. September 2010 den Nachlass Herbert Hirches in der Ausstellung „strahlend grau – herbert hirche zum 100. geburtstag“.

Zum 100. Geburtstag von Herbert Hirche packt das Archiv seine Schätze aus: Zeichnungen, Skizzen, Pläne, Briefe und Fotos eröffnen neue Einblicke in Leben und Werk. Zum ersten Mal werden, neben einer Auswahl seiner Möbel, Hirches Studienarbeiten aus dem Unterricht bei Kandinsky und Mies van der Rohe am Bauhaus zu sehen sein, frühe Möbelentwürfe aus den 1940er und 1950er Jahren und nicht ausgeführte Varianten des legendären Fernsehgeräts HF 1 für die Firma Braun. Herbert Hirche war einer der Pioniere des neuen Braun – Designs, mit deren Entwürfen die Firma Braun international Erfolgsgeschichte schrieb.

In der Ausstellung strahlend grau werden die historischen Entwürfe mit aktuellen materiellen Aneignungen konfrontiert: Lange nahezu in Vergessenheit geraten, werden Hirches Möbel, die teilweise über ein Prototypstadium nie hinausgekommen waren, seit einigen Jahren in Serie produziert und als „Klassiker“ vermarktet. Auf der diesjährigen Möbelmesse erhielt die Wiederauflage eines Sessels, den Hirche 1957 für die Interbau entwickelt hatte, den „Classical Innovation“- Preis. Retro-Trend, Re-Edition und Re-Design: Der Markt erfindet den „modernen Klassiker“, das Gebrauchsmöbel der 1950er Jahre mutiert zur „Design-Ikone“. Mit der Ausstellung wird auch die Frage diskutiert, wie, wo und durch wen bestimmt wird, wer und was ins kollektive Gedächtnis aufgenommen wird.

Zum Abschluss der Ausstellung wird eine Tagung zum Thema „Individuelles Erbe und kollektive Bedeutung“ (Arbeitstitel) stattfinden.

Ort:
Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Oranienstraße 25
10999 Berlin

Eröffnung:
20. Mai 2010, Do 19 Uhr