Typo Berlin 2008: Image

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schrift ist das bildDer Schein trügtEiserne Grafik: Markendesign totalitärer Staaten

Gestern wurde die Typo Berlin eröffnet. Diesjähriges Thema der dreitägigen Konferenz im HKW: Image. Es geht also auf vier Bühnen mit 60 Referenten vor 1200 Teilnehmern um die Bilder, die man (sich) zu etwas macht. Hier einige Beispiele aus Konferenzbeiträgen, die BerlinDesignBlog besucht hat:

Jonathan Barnbrook sprach zur Eröffnung und präsentierte humorvoll und manchmal etwas gelangweilt an der eigenen Arbeit seinen typografischen Werdegang. Aus aktuellem Anlass ist seine Arbeit Olympukes sehr empfehlenswert. Es gibt sie zum freien Download bei Virus.

Die eigentlich als erste Sprecherin des Tages geplante, aber wegen einer Bombendrohung in London verspätete Alison Jackson zeigte ihre Prominentenfotos mit Lookalikes und sprach darüber, wie wir oft sehen, was wir sehen möchten. Hier eine 17-minütige Einsicht in ihre Arbeitsweise auf Youtube.

Wenn eine Kommunikationsdesignagentur (konkret: fuenfwerken) sich fragt Warum Image echte Werte braucht, darf man wirklich keine tiefschürfende oder konsequent gedachten Antworten zu Fragen der Ethik in der Markenkommunikation erwarten. Highlight: die beiläufige Einsicht von Holger Schmidhuber und Rolf Mehnert: oh je ja, wir müssen zuhören lernen, wo wir doch eigentlich nur reden können…

Zum Abschluss des Tages sprach Steve Heller über das Markendesign totalitärer Staaten. Dazu wird bald auch das Buch zu seinen vierjährigen Forschungen erhältlich sein. Spannend bei seinem Vortrag war auch die Erwähnung des Organisationsbuches der NSDAP, einer Art Design Manual der Nazidiktatur.

Auch interessant: der aktuelle Typo Berlin Video Podcast

4 Antworten zu “Typo Berlin 2008: Image”

  1. Rolf schreibt:

    1. Frage - warum kann man sich von einer Kommunikationsagentur keine tiefschürfenden und konsequent gedachten Antworten erwarten? Was wäre ihrer Meinung z.B. so eine Antwort?

    2.
    oh je, wir müssen zuhören lernen, wo wir doch eigentlich nur reden können…
    Das haben wir so nicht gesagt: es hieß nicht oh je - sondern ja! Gestalter und Kommunikationsfachleute sollen mehr zuhören. So viel zur authentischen Darstellung von Inhalten…

  2. Ingo Müller schreibt:

    hallo rolf!

    1. erwarten vielleicht schon, nur wird man häufig enttäuscht. geben kann ich sie nicht, sonst würde ich mich auf die bühne stellen. hätte mir etwas zum verhältnis von authentizität und den bestimmt nicht deckungsgleichen “echten” werten erhofft. aber vielleicht sollte man da einen philosophen und keinen praktiker fragen. nur: das dove-beispiel kann ich echt nicht mehr hören. ansonsten war die präsentation ja auch interessant und im vergleich zu der von frau fortmann geradezu deep!

    2. habe ich verbessert. allein die verwunderung, eine selbstverständlichkeit (zuhören) als zwar gewollten, aber doch nicht ganz leichten lernprozess dargestellt zu bekommen, hat mir wohl eine 100%ig korrekte wiedergabe vermasselt…

  3. fuenfwerken lab » Corporate Social Responsibility | TYPO 08 schreibt:

    […] blogs: typoberlinblog 33ff00 berkindesignblog […]

  4. Rolf schreibt:

    Hallo Ingo,

    ok. Das mit der Authentizität und den „echten Werten“ (also den allgemein gesellschaftlichen Werten - der Ethik an sich) - ja das wäre in der Tat sehr interessant. Da ist noch ganz viel zum entdecken und dran arbeiten und wie du richtig erkannt hast sind wir keine Philosophen - das wollen wir uns auch nicht anmaßen. Uns geht es nur darum das Design und Kommunikation über Oberflächengestaltung und Selbstverwirklichung hinaus geht. Und ich denke da ist noch viel Potential und „zuhören“ ist ein erster kleiner aber wichtiger Schritt. Danke für die Korrektur

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