TYPO Berlin 2016

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Vom 12. bis 14. Mai findet die Designkonferenz TYPO Berlin mit über 50 internationalen Speakern und wohl mehr als 1800 Besucher im Haus der Kulturen der Welt statt.

Auf “Europas größtem Umschlagplatz für Trends in der visuellen Kommunikation” werden 70 internationale Experten aus den Bereichen Grafik, Design, Typografie, Kunst und Medien mit Vorträgen, Workshops und Gesprächen für Durchblick sorgen und gemeinsam Strategien einer verantwortungsvollen Gestaltung entwickeln. Drei Tage lang werden sie auf fünf Bühnen im Haus der Kulturen der Welt ihre Antworten, Einschätzungen und Vorschläge zur Diskussion stellen.

Wer nicht dabei ist kann Streamings verfolgen: Zwei ausgewählte Vorträge pro Tag werden live auf typotalks.com übertragen.

Donnerstag, 12. Mai
14 Uhr: Talk Maria Giudice (E) – The rise of the DEO – leadership by design
16 Uhr: Talk Christoph Amend, Ricarda Messner (D) – How to make magazines in digital times

Freitag, 13. Mai
11:00 Uhr: Talk Erik Marinovich (E) – Flow: Lettering in the age of Hip Hop
16 Uhr: Talk Prarthana Johnson & Gerrit Kaiser (E) – All Hail the Committee!

Samstag, 14. Mai
15 Uhr: Talk Jonathan Barnbrook (E) – Design and politics
18 Uhr: Talk Brosmind (E) 10

Auch ein Blick in die News hält auf dem Laufenden.

Das Thema lautet in diesem Jahr “Beyond Design”, denn “Alles ist Design. Alles ist schick. Nie war Design beliebter und die Nachfrage nach Design größer”, verkündete der Hamburger Designer Johannes Erler unlängst in seinem Blog. Es gebe heutzutage einen Konsens, dass Gestaltung “irgendwie wichtig” sei, auch darüber, wie “gutes
Design” auszusehen habe, herrsche weitgehende Einigkeit. Was nach Harmonie klingt, bereitet ihm allerdings Sorge: “Wenn alle einer Meinung sind, kann nichts Neues entstehen. Stattdessen wird zeit-, nerven- und ressourcenschonend der Konsens gepflegt”, was dank digitaler Tools und Templates nie einfacher sei als heute. Nicht nur Profis, auch Laien nutzten diese Möglichkeiten, um rasch und günstig konsensfähig Design abzuliefern. “Brauchen wir noch Designer?”, fragt Erler am Ende.

Der Frage, wie Design eben doch eine Zukunft haben könnte, wird Erler auf der kommenden TYPO Berlin gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter (Sarah Illenberger, Mirko Borsche, Lars Harmsen, Eike König, Mario Lombardo und Erik Spiekermann) nachgehen. Gemeinsam kuratieren sie einen kompletten Konferenztag unter der Devise »Strictly no Design«. Dabei sollen dezidiert keine Designprofis zu Wort kommen, sondern kreative Menschen aus vielen anderen Bereichen, deren Ziel es ist, ihr Genre neu zu definieren, zum Beispiel Musiker, Schriftsteller oder Künstler. Und immer geht es um die Frage, wie das Neue in die Welt kommt.

Anzeichen für einen Paradigmenwechsel in der Branche sieht auch TYPO-Konferenzdirektor Jürgen Siebert: “Die Welt des Designs wird nicht mehr von einer Handvoll Stars und Lead-Agenturen dominiert, sie ist ein multipolares Spielfeld geworden”, so seine Bilanz. “Während man früher alle Big Player der Szene kannte und ein Dutzend Jahrbücher den Zusammenhang herstellten, sprudeln heute Nachrichten über neue Trends, Thesen und Tools im Minutentakt aus dem Netz.” Daher sei es heute fast wichtiger sich zu vernetzen und die Orientierung zu behalten, als Werkzeuge und Software zu beherrschen.

Ort:
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin